DiagnosticNews . April 2009 [aktuelle Ausgabe]

Editorial . Krisenmanagement

Dr. Kurt Schlotthauer

Lieber Leser,

es ist nicht mehr daran zu rütteln – die Rezession von einem noch nie dagewesenen Ausmaß hat nun auch Frankreich erreicht. Das BIP wird laut der letzten Regierungs ankündigung um 1,5% zurückgehen und zu einem Haushaltsdefizit von mindestens 100 Mrd. D bzw. 5,5% und mehr führen. Die Arbeitslosigkeit steigt weiter – im Februar 2009 wiederum um mehr als 80.000 Personen – und liegt bei 8,8% der arbeitenden Bevölkerung. Nunmehr ist auch bei den Haushalten ein Konsumrückgang zu verzeichnen. Die Forderung nach einer entsprechenden Ankurbelung, der sich Präsident Sarkozy bisher durch seinen vorwiegend auf Investitionsförderung ausgerichteten Plan entzog, wird immer größer.

Das Krisenmanagement hat in den Unternehmen Einzug gehalten. Hierzu möchten auch wir einen kleinen Beitrag leisten. Es handelt sich dabei nur um Denkanstösse, wobei es oft nicht nur auf die Idee, sondern insbesondere auf die Umsetzung, die tagtägliche Kärrner- Arbeit ankommt. So ist nicht nur die Bonität, die Zahlungskapazität der Kunden permanent abzufragen, sondern gleichzeitig die Beitreibung der Außenstände jeden Tag zu verfolgen und wenn nötig, hartnäckig umzusetzen. Trotz der nun geltenden kürzeren Zahlungsziele wird sich die bisherige lasche Zahlungsmoral der Franzosen nicht schlagartig, schon gar nicht in der Krise, ändern. Hier heißt es: am Ball bleiben. Die Motivation, der Druck im eigenen Unternehmen, aber auch das Signalzeichen gegenüber den Kunden ist dringend notwendig.

Bei der Personalkostenreduzierung, sicherlich einem der wesentlichen Krisenbekämpfungsmittel, ist mit besonderer Vorsicht vorzugehen. Erst nach Ausschöpfung aller Reserven, die in unserem Maßnahmekatalog aufgelistet werden, sind die Möglichkeiten von Kurzarbeit und definitiven Kündigungen zu untersuchen. Insbesondere bei Entlassungen ist Expertenrat einzuholen, um keine vermeidbaren Mehrkosten, die sich aus Formfehlern, falscher taktischer Vorgehensweise aber auch fachlicher Unkenntnis ergeben können, zahlen zu müssen.

Wir wünschen Ihnen nun viel Erfolg bei der Bewältigung der Krise.

Ihre DiagnosticNewsRedaktion

Dr. Kurt Schlotthauer
kschlotthauer@coffra.fr

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