DiagnosticNews . März 2010 [aktuelle Ausgabe]
Mini-Unternehmensgründungen auf Rekordhöhe
Status des „Auto-Entrepreneur“ stößt auf große Nachfrage
In 2009 wurden insgesamt 580.193 neue Unternehmen gegründet. Das entspricht einer Erhöhung von 75,1% gegenüber dem Vorjahr. Dieser Erfolg ist im Wesentlichen auf die Beliebtheit des Anfang 2009 eingeführten neuen Status des „Auto-Entrepreneur“ zurückzuführen. Das „Auto-Entrepreneur“-Modell gibt einer Privatperson die Möglichkeit, ohne großen bürokratischen Aufwand (über Internet) eine Aktivität zu betreiben, unterstützt durch einige sozial- und steuerrechtliche Erleichterungen sowie insbesondere auch ohne eine Gesellschaft gründen zu müssen. Die dabei er zielten Jahresumsätze dürfen 80.300 D für Vertriebstätigkeiten und 32.100 D für Dienstleistungen nicht übersteigen.
Die „Auto-Entrepreneur“ stellen mit ca. 320.000 Gründungen mehr als 50% der neuen Unternehmen dar. Die Branchen mit den höchsten Zuwachsraten sind die Dienstleistungen für Personen (+193%), Informatik- und Telekommunikationsbereiche (+141%) und die Dienstleistungen für Unternehmen (+109%).
Experten sehen in dieser Gründungswelle auch eine Konsequenz der Krise. Arbeitnehmer, die ihren Arbeitsplatz verloren haben, finden in dem „Auto- Entrepreneur“-Modell oftmals die einzige Chance, wieder tätig werden zu können. Nun befürchtet aber die Rentenkasse der Freiberufler, denen die „Mini-Unternehmer“ angeschlossen wurden, den Erfolg dieses Modells. War nämlich die obige Rentenkasse bisher noch positiv – drei Beitragspflichtige zahlen für einen Pensionär – so wird sich diese Lage durch die Zurechnung der „Auto-Entrepreneur“ wesentlich verschlechtern.

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