DiagnosticNews . Juli 2008 . Handelsrecht
"Herkunft und Ausbildung des französischen "PDG" "
Langsame Änderung?
Zweifelsohne ist die Herkunft, z.B. aus einer Unternehmerfamilie zu stammen oder eine der französischen Eliteschulen („grandes écoles“) absolviert zu haben, weiterhin die beste Voraussetzung, um eines Tages eines der großen prestigeträchtigen Unternehmen Frankreichs zu leiten.
Wenn man von den französischen Eliteschulen spricht, so müssen insbesondere zwei Kaderschmieden als die absoluten Topadressen herausgehoben werden: „Inspection des Finances“, die den Jahrgangsbesten der „ENA“ („Ecole Nationale d’Administration“) vorbehalten ist, und „Corps des Mines“, die sich aus den Primi der „Polytechnique“ rekrutieren. Beide Schulen stellen einen Großteil der „PDG“ („Président Directeur Général“) der börsennotierten Gesellschaften, wobei die Finanzbranche insbesondere an den ehemaligen „Inspecteurs des Finances“, also dem Elitecorps der „ENA“ interessiert ist. Insgesamt stammen von den 27 neu berufenen Unternehmenschefs der CAC 40 (wobei die familienbeherrschten Gruppen außer Betracht bleiben) zehn von der „ENA“, sechs aus der „Ecole Polytechnique“, drei aus „HEC“ („Hautes Etudes Commerciales“) und einer aus der „Ecole Centrale“.
Auf den ersten Blick also alles wie früher. Bei genauerer Analyse ist jedoch festzustellen, dass der Verlauf der Berufskarriere sich veränderte. Viele zukünftige „PDG“ wurden nach Absolvierung einer Eliteschule erst nach Ablauf einer langjährigen industriellen Tätigkeit im gleichen oder in einem fremden Unternehmen zum Spitzenmanager der Gesellschaft berufen, so z.B. die derzeitigen Präsidenten von Renault, Peugeot, Lafarge, Total etc. Der Besuch der französischen Kaderschmiede erscheint also weiterhin notwendig, reicht aber nicht mehr alleine aus, um den Königsweg zum zukünftigen „PDG“ eines französischen Großunternehmens zu garantieren.


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