DiagnosticNews . April 2008 . Editorial
Umdenken im französischen Zahlungsverkehr

- Dr. Kurt Schlotthauer
Lieber Leser,
Frankreich muss weg von seinen langen Zahlungsfristen – das
ist das erklärte Ziel der Regierung. Der Finanzierung über
den Lieferantenkredit muss ein Ende gesetzt werden. Milliardenbeträge
werden bisher von einem Handelspartner in der Zahlungskette auf
den Nächsten verschoben. Frankreich ist einer der europäischen
„Spitzenreiter“ bei den Zahlungszielen: 90 Tage zum
10. des Folgemonats ist leider immer noch ein üblicher Zeitrahmen
für die Bezahlung. So gehört es weiterhin nicht zu dem
normalen französischen Geschäftsgebaren, Verzugszinsen
zu fakturieren, und schon gar nicht, sie auch noch einzufordern.
Der Gesetzesentwurf hierzu soll zu einem kompletten Umdenken im
Zahlungsverkehr führen: kurze, vertretbare Ziele und drastische
Verzugszinsen bei Nichteinhaltung.
Frankreich steht vor einer „Revolution“ bei seinen Zahlungsmodalitäten. Im Hinblick auf das europäische Umfeld und den großen Binnenmarkt, aber auch insbesondere, um den aktuellen Schwierigkeiten bei der Kreditaufnahme entgegenzutreten, darf das Vorhaben nicht scheitern. Die mittleren und Kleinstunternehmen, die sich dem Druck der Großen bisher nicht entziehen konnten, wären in erster Linie die Gewinner der Reform.
Viel Spaß und einige Anregungen bei der Lektüre der vorliegenden Ausgabe wünscht Ihnen
Ihre DiagnosticNews-Redaktion
Dr. Kurt Schlotthauer
kschlotthauer@coffra.fr


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