DiagnosticNews . September 2006 . Konjunktur

Die französische Konjunktur zieht kräftig an

Alle Anzeiger lassen positive Tendenzen erkennen
Gute Nachrichten für Frankreichs Wirtschaft bringt der Sommer.

Das Wachstum im zweiten Quartal 2006 betrug 1,1%. Damit befindet sich Frankreich derzeit auf einem 3%-igen Wachstumskurs. Analysten halten daher das bisher als illusorisch geltende Ziel von 2,5% Wachstum in 2006 als durchaus erreichbar.

Gleichzeitig sinkt in Frankreich die Arbeitslosigkeit. Hier wurde schon Mitte des Jahres das von der Regierung für Ende Dezember gesetzte Ziel einer Arbeitslosenquote von 9% erreicht. Nun ist von 8,5% für 2007 die Rede. Auch ein Unterschreiten der 2-Millionen-Marke an Arbeitslosen im Mai 2007 – dann stehen in Frankreich wichtige Wahlen an – scheint machbar. Damit würde die Arbeitslosigkeit auf einen seit über 20 Jahren nicht mehr erreichten Tiefstand sinken. Die Opposition behauptet zwar, dieser Trend sei insbesondere auf den Rückgang der Erwerbstätigen zurückzuführen, denn in der Tat erreicht in Frankreich die geburtenstarke Nachkriegsgeneration derzeit das Rentenalter. Aber der positive Eindruck bleibt bestehen.

Auch die Inflation bleibt unter Kontrolle. Im Juli sind die Preise sogar um 0,2% gesunken. Damit beträgt die Inflation auf ein Jahr bezogen 1,9%. Der wichtigste Wachstumsmotor in Frankreich, der Konsum der privaten Haushalte, scheint somit vorerst nicht in Gefahr zu sein.

Diese positiven Konjunkturdaten führen auch zu einem Anstieg der Steuereinnahmen. Frankreich wird es dieses Jahr wohl deutlich einfacher haben, die Neuverschuldungsgrenze von 3% zu unterbieten.

Einziges Sorgenkind bleibt weiterhin das Handelsdefizit. Obwohl die französischen Exporte weiter steigen, +7,4% allein im ersten Halbjahr 2006 im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2005, gehen die Experten davon aus, dass das Defizit in 2006 wie im Vorjahr eine Rekordmarke von 25 Mrd. D erreichen wird.

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