DiagnosticNews . September 2006 . Konjunktur
Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns
Für alle Unternehmen verpflichtend
Es ist beinahe schon Tradition. Bevor ganz Frankreich in die Sommerferien
abtaucht, gibt es von der Regierung noch ein kleines „Bonbon“
– die Anpassung des gesetzlichen Mindestlohns.
In diesem Jahr wird der „Salaire Minimum de Croissance“
(SMIC) um 3,05% erhöht. Er beträgt damit 1.254 €
im Monat und 8,27 € in der Stunde. Die SMIC-Erhöhung ist
zum 1. Juli 2006 in Kraft getreten.
Der SMIC ist für sämtliche Unternehmen aller Branchen verpflichtend. In Frankreich erhalten 2,54 Millionen Arbeitnehmer den SMIC. Dies entspricht ca. einem Sechstel oder 17% aller Beschäftigten in Frankreich. Jedoch gibt es je nach Größe starke Unterschiede innerhalb der Unternehmen. In Kleingesellschaften, also mit weniger als zehn Arbeitnehmern, erhalten 34% des Personals den SMIC. Hingegen sind es nur knapp 7% in Unternehmen mit mehr als 500 Arbeitnehmern.
Der SMIC ist in Frankreich ein zentrales politisches Thema. Vor der jährlichen Erhöhung erfolgen oft lebhafte Debatten. Die sozialistische Partei hat daher in ihrem stark umstrittenen Programm für die Präsidentschafts- und Parlamentswahlen des nächsten Jahres eine Erhöhung des SMIC bis 2012 auf 1.500 € aufgenommen. Dies entspräche einem globalen Anstieg von 23%. Im Vergleich hierzu hat sich der SMIC seit 2000 real um ca. 16% erhöht.

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