DiagnosticNews . Juli 2006 . Konjunktur

In Frankreich stehen die Zeiger wieder auf Wachstum

Exporte und Konsumfreudigkeit der Haushalte geben weiterhin den Ton an

Der französische Finanzminister kann sich freuen. Die kürzlich vom statistischen Amt („INSEE“) veröffentlichten Konjunkturdaten stehen auf Grün und bestätigen seine Wachstumsziele. So geht das „INSEE“ für 2006 von einem Wachstum von 2,0% aus. In 2005 waren es nur 1,2%. Wichtigster Wachstumsmotor ist derzeit immer noch der Privatkonsum, der auch in diesem Jahr um 2,6% (2,2% in 2005) ansteigen wird. Neu hinzugekommen ist der kräftige Zuwachs bei den französischen Exporten, wobei mit einem Anstieg von 7,4% gerechnet wird. Im Vorjahr waren es nur 3,2%. Auch die Unternehmen werden durch eine nennenswerte Erhöhung ihrer Investitionen um 3,8% zum generellen Wachstum beitragen.

Frankreich profitiert in diesem Jahr stärker als in den Vorjahren von dem allgemeinen Konjunkturaufschwung der Weltwirtschaft und dabei nicht zuletzt auch von den positiven Impulsen, die derzeit von Deutschland ausgehen. Aber auch die Fußballweltmeisterschaft ist in Frankreich nicht ohne Konsequenzen geblieben. So ist der Anstieg bei den Konsumgütern im Wesentlichen auf Einkäufe für die Ausstattung in den Privathaushalten wie z.B. für Unterhaltungselektronik, insbesondere Flachbildschirme, zurückzuführen.

Demzufolge erwarten die Ökonomen für 2006 einen weiteren leichten Rückgang bei der Arbeitslosigkeit. Die Arbeitslosenquote soll demnach bis Ende 2006 auf 9% zurückgehen, gegenüber 9,6% im Vorjahr.

Diese positiven Anzeichen dürfen jedoch nicht über Frankreichs strukturelle Schwächen hinwegtäuschen. Diese betreffen unter anderem die hohe Staatsverschuldung sowie die jährlich wiederkehrenden Haushaltsdefizite. Das Superwahljahr 2007 (Präsidentschafts- und Parlamentswahlen) wird daher sicherlich keine Änderungen herbeiführen.

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