DiagnosticNews . Februar 2006 . Editorial
Frankreich Anfang 2006

- Dr. Kurt Schlotthauer
die Zahl der Arbeitslosen in Frankreich fällt seit April 2005 leicht, aber stetig. Noch immer stellen sie prozentual 9,5% und in absoluten Zahlen 2,3 Mio. dar, was weiterhin nicht akzeptabel erscheint. Der im September 2005 eingeführte neue Einstellungsvertrag (CNE - "contrat nouvelle embauche") trägt Früchte und soll nun durch einen ähnlichen Vertrag, diesmal für Jugendliche (CPE - "contrat première embauche") erweitert werden, die - teilweise verzweifelt - ihre erste Anstellung suchen.
Die Regierung kann stolz auf die Neugründungen von Unternehmen verweisen. Erstmalig wurden in 2005 225.000 neue Firmen ins Leben gerufen. Mit dem Erreichen der 3%-Haushaltsdefizitgrenze ist ein weiterer Erfolg zu verbuchen. Zwar handelt es sich dabei teilweise nur um einen buchhalterischen Trick, der einen Vorgriff auf das kommende Jahr darstellt, spiegelt aber doch sehr eindrucksvoll die positive Finanzlage der französischen Großindustrie wider.
Das schließlich doch noch erreichte Wachstum von 1,6% für 2005 dürfte, nach einem teilweise sehr mittelmäßigen Jahresverlauf, insgesamt noch zufrieden stellend erscheinen. Die Konsumfreudigkeit der Franzosen hält an und wird erstmalig auch durch eine positive Erwartungshaltung der Haushalte begleitet.
Negativ ist jedoch auf die weiterhin hohe Staatsverschuldung und das in 2005 wiederum gestiegene Handelsbilanzdefizit zu verweisen.
Die nächsten Monate werden zeigen, ob der vorliegende positive Wirtschaftstrend anhält oder ob er nicht durch innerpolitisches Gerangel während des Vorwahljahres 2006 - in 2007 wird ja der Staatspräsident gewählt - auf Abwege gerät.
Für die Lektüre der vorliegenden Ausgabe wünschen wir Ihnen viel Spaß und einige Anregungen.
Ihre Diagnostic News-Redaktion
Dr. Kurt Schlotthauer
kschlotthauer@coffra.fr

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