DiagnosticNews . März 2005 . Konjunktur
Erste Bilanz der 35-Stunden-Woche
Statt Rückgang Erhöhung der Arbeitslosenzahlen
Wie viele Arbeitsplätze sind durch die Einführung der 35-Stunden-Woche in Frankreich geschaffen worden? Diese Frage steht weiterhin im Mittelpunkt der politischen Diskussion, nachdem die tatsächliche Anwendung der 35-Stunden-Woche immer mehr ausgehöhlt wird (vgl. Diagnostic News Januar 2005).
Das französische statistische Amt INSEE hat in einer Studie ermittelt, dass die 35-Stunden-Woche zwischen 1998 und 2002 zur Schaffung von 350.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen beigetragen habe. Andere Studien gehen von einer Nettobilanz von ca. 150.000 neuen Arbeitsplätzen aus. Damit ist das Ergebnis weitaus schlechter als die ursprünglichen ehrgeizigen Ziele der sozialistischen Regierung. Bei Einführung der allgemeinen 35-Stunden-Woche in 1998 sahen die Experten um Arbeitsministerin Martine Aubry nämlich die Schaffung von 800.000 neuen Arbeitsplätzen voraus.
In den Arbeitsmarktstatistiken lässt sich ein positiver Effekt der 35-Stunden-Woche leider nur schwer feststellen. 2004 hat es insgesamt nur 3.300 Arbeitslose weniger gegeben. Die Arbeitslosenzahl stagnierte deshalb auch weiter bei rund 2,4 Millionen und lag im abgelaufenen Jahr unverändert bei 9,9%.
Im Januar ist nunmehr, statt der erhofften Umkehr, eine Erhöhung der Arbeitslosigkeit auf 10% der arbeitenden Bevölkerung eingetreten.

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