DiagnosticNews . Januar 2005 . Editorial
Längere Arbeitszeiten möglich?

- Dr. Kurt Schlotthauer
2004 war kein großes Reformjahr für Frankreich. Wir berichteten bereits ausführlich darüber. Die viel beschriebene 35-Stunden-Woche ist auch weiterhin die gesetzliche Arbeitszeit geblieben. Durch die Erhöhung des jährlichen Überstundenkontingents auf 220 Stunden hat sich Frankreich jedoch grundsätzlich wieder der Ausgangslage, nämlich der 39-Stunden- Woche, genähert. Eine solche Rückkehr ist aber mit Kosten verbunden. In den meisten Fällen erfolgte nämlich die ursprüngliche Arbeitszeitverringerung ohne Lohnkürzung. So wäre eine derzeitige Rückführung in den ursprünglichen Zustand nur durch Lohnerhöhung (einschließlich Überstundenzuschlag) durchführbar. Ein solcher Schritt ist also nur nach intensivster Untersuchung der Lage des Unternehmens durchzuführen. Für Neueinstellungen hingegen ergibt sich hieraus eine interessante Gestaltungsvariante. Die neuen Bestimmungen werden zu einer größeren Flexibilität am französischen Arbeitsmarkt und einer möglichen Arbeitszeitverlängerung führen, jedoch keine Verringerung der Arbeitskosten zur Folge haben. Dies war auch nicht das Ziel des Gesetzes, dem es außer den oben genannten Gründen im Wesentlichen darum ging, einem wichtigen Wachstumshelfer, nämlich dem französischen Konsumenten, mehr Mittel an die Hand zu geben.
Präsident Chirac unterstrich in seinen Neujahrsgrüßen vor der französischen Wirtschaft nochmals die Notwendigkeit, jegliche Forschungstätigkeit zu forcieren. Die Steuergutschrift für Forschung ist eine interessante steuerliche Maßnahme, weshalb wir in dieser Ausgabe darauf hinweisen möchten. Die Schaffung einer neuen Aktienkategorie sowie die Einführung einer zusätzlichen Finanzierungsquelle für die etwas ins Abseits geratene französische GmbH erscheinen uns als bereichernde Neuerungen des Handelsrechts besonders erwähnenswert und werden deshalb dargestellt.
Des Weiteren wollen wir Sie über die mühsamen Wege
der Gewerbesteuerkommission unterrichten.
Wir wünschen Ihnen bei der Lektüre viel Spaß und neue Erkenntnisse.
Ihre Diagnostic News-Redaktion
Dr. Kurt Schlotthauer

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