DiagnosticNews . November 2004 . Konjunktur
2004 – ein herausragendes Wachstumsjahr?
Zum zweiten Mal in Folge haben die französischen Wachstumszahlen positiv überrascht. Nach +0,8% im ersten Quartal 2004 - damals war dies noch als positiver „Ausrutscher“ von Experten bewertet worden - verzeichnet Frankreich auch im zweiten Quartal ein beachtliches Wachstum von wiederum 0,8%. Die Zahlen für das dritte Quartal liegen zwar noch nicht vor, aber inzwischen rechnen die meisten Experten damit, dass das französische Wachstum 2004 zwischen 2,4% und 2,6% liegen könnte.
Selbst die französische Regierung ist von dieser positiven Konjunktur überrascht worden. Dem Finanzhaushalt 2004 lagen Wachstumsprognosen von lediglich 1,7% zugrunde. Für das nächste Jahr geht die Regierung nunmehr von einem Wachstum von 2,5% aus. Damit könnte das Haushaltsdefizit in 2005 wieder unter die 3%-Marke fallen.
Gleichzeitig scheint sich auch die Inflation in Grenzen zu halten. Unter anderem durch massive Rabattaktionen sind die Preise im Einzelhandel im September um 0,2% gesunken. Auf ein Jahr bezogen, beträgt die Inflation somit nur noch 2,3%. Damit bleibt Frankreich zwar eines der EU-Länder mit der höchsten Inflationsrate, aber der Trend zeigt in die richtige Richtung.
Schwachpunkt ist die Arbeitslosigkeit, die unverändert auf einem hohen Niveau bei 2,4 Mio. und einer Quote von 9,9% liegt. Es bleibt zu befürchten, dass der konjunkturelle Aufschwung auch weiterhin keine nennenswerte Erholung des Arbeitsmarktes mit sich bringt. Dies ist umso beunruhigender, als das Wachstum insbesondere auf der bisher noch anhaltenden Konsumfreudigkeit der Franzosen beruht.

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