DiagnosticNews . Februar 2004 . Rechnungslegung

Vorbereitung auf IAS/IFRS: Frankreich Nachzügler

In weniger als einem Jahr müssen generell alle börsennotierten Gesellschaften in der EU, d.h. ca. 7.000 Unternehmen, die IAS-/IFRS-Normen eingeführt haben. Des Weiteren sind 5 Millionen Unternehmen von dem Stichtag 1. Januar 2005 betroffen, und zwar alle Tochtergesellschaften der börsennotierten sowie der nicht börsennotierten Gruppen, die Schuldanleihen ausgeben.

In einer kürzlich veröffentlichten Studie weist das Magazin „Enjeux-Les Echos“ auf den unterschiedlichen Vorbereitungsgrad innerhalb der europäischen Unternehmen hin. Die deutschen Unternehmen schneiden hierbei am besten ab, wogegen die französischen Gesellschaften oft das Schlusslicht darstellen.

Die meisten deutschen börsennotierten Gesellschaften sind bereits heute in der Lage, ihren Konzernabschluss nach IAS-/IFRS-Normen zu erstellen. 82% dieser Gesellschaften haben ein internes Projekt zur IAS-/IFRS-Anwendung durchgeführt, wobei die meisten bereits vor mehr als einem Jahr damit begonnen haben. Der europäische Durchschnitt liegt nur bei 55% der betroffenen Unternehmen, in Frankreich sogar nur bei 35%. Grundsätzlich ist festzustellen, dass die französischen Unternehmen den IAS-/IFRS-Normen insgesamt noch sehr zurückhaltend gegenüberstehen. Nur 31% der Gesellschaften sehen in den IAS/IFRS eine Chance, um ihre interne Organisation zu verbessern. In Deutschland sind es dagegen 87%. 62% der französischen Unternehmen sind der Meinung, dass die IAS-/IFRS-Normen zu mehr Transparenz in den Jahresabschlüssen führen werden, wogegen in Deutschland diese Auffassung von mehr als 81% vertreten wird.

Für nicht börsennotierte Gesellschaften ist in Frankreich eine befreiende Anwendung von IAS/IFRS für den Konzernabschluss bisher nicht möglich. 57% dieser Kategorie würden in Zukunft gerne IAS/IFRS anwenden. Gleichzeitig meinen aber 75% dieser Gesellschaften, dass es sich bei der Einführung um einen kostspieligen und zeitaufwendigen Prozess handelt, der insbesondere für die Anpassung der Informationssysteme und die Schulung von Mitarbeitern erhebliche Ressourcen erfordern würde.

Die eher zurückhaltende Einstellung der französischen Unternehmen überrascht, hat doch der französische Rechnungslegungsrat in den letzten Jahren mehrere Reformen verabschiedet, die die französischen Rechnungslegungsnormen deutlich den IAS-/IFRS-Standards angeglichen haben. So sind z.B. heute kaum noch Unterschiede bei der Bewertung von Rückstellungen zwischen „French GAAP“ und den IAS-/IFRS-Normen zu verzeichnen.

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