DiagnosticNews . Februar 2003  . Editorial

Frankreich koppelt sich wirtschaftlich ab

Dr. Kurt Schlotthauer

Die im Dezember 2002 öffentlich geäußerten Sorgen der französischen Regierung über die deutschen Wachstumsschwächen, die in ihren Augen falsche Steuerpolitik des Partners und die sich hieraus ergebenden Risiken für Frankreich wurden kürzlich in einem Artikel der Tageszeitung „Le Figaro“ weitgehend heruntergespielt.

So ist laut „Le Figaro“ festzustellen, dass seit Ende 1997 der bis dahin bestehende völlige Einklang zwischen französischen und deutschen Wirtschaftsdaten aufgehört hat. Das kumulierte französische Wachstum war in der Periode 1998 – 2000 um 6,1 Punkte höher als das deutsche. Auch der Anstieg des französischen BIPs ist seit 1997 ständig stärker gewesen. Als Erklärung wird im Wesentlichen die Beständigkeit des positiven Konsumverhaltens in Frankreich herangezogen.

Aber auch die Ausgaben für Investitionsgüter sind in Frankreich in dieser Periode um 25% gestiegen, wobei sie in Deutschland rückläufig waren. Obwohl Deutschland weiterhin den größten Handelspartner der Franzosen darstellt, ist auch hier ein relativer Rückgang der Exporte ins Nachbarland zu verzeichnen.

Die Prognose des französischen Wirtschaftsministers bleibt für 2003 relativ zuversichtlich und geht weiterhin von optimistischen Wachstumszahlen für das laufende Jahr aus.

Die heutige Diagnostic Ausgabe soll aber auch Fachinformationen geben. So wollen wir Ihnen neue Entwicklungen im Bilanzsteuerrecht wie auch im Arbeitsrecht und im Zivilrecht aufzeigen. Eine Kurzdarstellung über die französische Gewinnbeteiligung der Arbeitnehmer, die seit mehr als 30 Jahren erfolgreich Vermögensbildung betreibt, dürfte dabei ebenfalls auf Ihr Interesse stoßen.

Wir wünschen Ihnen auch heute wieder viel Spaß und vielleicht einige neue Erkenntnisse bei der Lektüre.

Ihre Diagnostic News Redaktion
Dr. Kurt Schlotthauer

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