DiagnosticNews . Februar 2009 [aktuelle Ausgabe]
Editorial . Staatliche Liquiditätsspritze

- Dr. Kurt Schlotthauer
Lieber Leser,
die Krise macht sich breit. Obwohl die Finanzinstitute mit erheblichen Krediten und Garantien unterstützt werden und trotz weiter fallender Zinsen sind die Finanzierungsmöglichkeiten vieler, ins besondere natürlich der kreditsuchenden Unternehmen äußerst schwierig geworden. Der Staat hat auch hierzu Hilfe angesagt. Die gefürchtete, äußerst langsame Rückzahlung von staatlichen Verbindlichkeiten müsste damit zu Ende gehen.
Darüber hinaus sollte aber auch durch die im Nachtragshaushaltsgesetz eingegangene Verpflichtung, vorzeitig bestimmte Forderungen der Unternehmen zurückzahlen zu müssen, eine nicht uninteressante Liquiditätsbeschaffung eingerichtet worden sein. Wir berichten ausführlich in der vorliegenden Ausgabe über die verschiedenen Ansprüche, die unter diese Maßnahme fallen. Wir möchten aber darauf hinweisen, dass es nun auf die einzelnen Unternehmen selbst ankommt, diese Möglichkeit zu nutzen. Es sollte in den Firmen eingehend nach bereits bestehenden Ansprüchen recherchiert und insbesondere die Vorbereitungsmaßnahmen für zu kreierende Forderungen eingeleitet werden. Hierzu sind insbesondere der Verlustrücktrag („Carry back“) und die Steuergutschrift für Forschung („CIR“), beide auf den Zahlen des Geschäftsjahres 2008 aufbauend, anzuführen.
Aber auch eine Überprüfung der bisher getätigten Körperschaftsteuervorauszahlungen auf der Basis der neueren Ergebnisvorschau für 2008 kann zu einem vorzeitigen Rückforderungsanspruch führen.
Soweit die Kriterien vorliegen, bedarf es, um in den Genuss der Liquidität zu kommen, zunächst der Ermittlung eines vorläufigen Steuerergebnisses für das abgelaufene Geschäftsjahr.
Der Jahresabschluss 2008 dürfte also unter Berücksichtigung der obigen Zielsetzung, aber auch aus Gründen, die in den unsicheren Zukunftserwartungen des laufenden Jahres 2009 stehen, einen besonderen Stellenwert einnehmen.
Wir wünschen Ihnen nun viel Spaß und einige weitere Anregungen bei der Lektüre der vorliegenden Ausgabe.
Ihre DiagnosticNewsRedaktion
Dr. Kurt Schlotthauer
kschlotthauer@coffra.fr


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